Ethereum-Kurs verlässt Abwärtstrend – Schafft er jetzt den entscheidenden 10-Prozent-Sprung?

Ethereum-Kurs verlässt Abwärtstrend – Schafft er jetzt den entscheidenden 10-Prozent-Sprung?

Der Ethereum-Kurs ist in den letzten sieben Tagen um fast vier Prozent gestiegen. Nach Monaten unter Druck zeigt ETH damit neue Stärke. Dennoch ist der Coin in den letzten drei Monaten etwa 33 Prozent gefallen, sodass der übergeordnete Trend bisher klar bärisch war.

Durch die aktuelle Erholung wurde dieser bärische Trend jetzt gebrochen. Allerdings taucht gerade jetzt ein neues Risiko auf. Dieses Risiko könnte entscheiden, ob der Ausbruch hält oder nicht. Um dieses Risiko auszuschließen, braucht es einen Anstieg von zehn Prozent.


Ethereum durchbricht bärische Struktur – fehlt jetzt das klare bullische Signal?

Ethereum bewegte sich seit Anfang Oktober in einem abwärts gerichteten Kanal. Bei diesem Muster schafft es der Kurs bei jedem Anstieg nicht mehr so hoch wie beim letzten Mal, wodurch der Trend bärisch bleibt. In dieser Woche ist der Kurs nun erstmals über die obere Trendlinie gestiegen. Damit ist der bärische Trend gebrochen.

Der Ausbruch kam nicht zufällig. Zwischen dem 10. Oktober und 18. Dezember hat der Ethereum-Kurs ein tieferes Tief gemacht, während der Relative Strength Index (RSI) ein höheres Tief zeigte. Der RSI misst Schwung beziehungsweise Momentum. Fällt der Kurs, aber der RSI steigt, zeigt das oft, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Diese bullische Divergenz hat geholfen, den Trend umzukehren.

Ethereum Reverses Trend
Ethereum kehrt Trend um: TradingView

Allerdings läuft die Umkehr nicht komplett reibungslos.

Zwischen dem 10. Dezember und 5. Januar bildet der Ethereum-Kurs ein tieferes Hoch (noch nicht abgeschlossen), während der RSI ein höheres Hoch bildet.

Das ergibt eine versteckte bärische Divergenz, die meist eher auf eine Seitwärtsphase oder einen Rücksetzer hinweist als auf eine komplette Trendwende. Kommt die nächste Tageskerze unter 3.220 USD, wäre das bärische Muster bestätigt.

Bearish Vibes Surfacing
Bärische Signale tauchen auf: TradingView

Das bedeutet, dass Ethereum zwar den bärischen Trend gebrochen hat, aber seine neue Stärke noch nicht ganz bewiesen ist.


Risiko bei Derivaten bleibt hoch – Wale greifen trotzdem ein

Das aktuell größte Risiko für einen kurzfristigen Rücksetzer kommt von den Derivatemärkten.

Auf der Liquidationskarte ETH/USDT von Binance liegen gehebelte Long-Positionen bei rund 2,20 Mrd. USD, während Short-Positionen nur etwa 303 Mio. USD ausmachen. Die Longs sind damit mehr als siebenmal so hoch wie die Shorts. Ist die Positionierung so einseitig, kann schon ein kleiner Rückgang zu vielen Zwangsverkäufen führen.

Liquidationskarte: Coinglass

Die größten Liquidationscluster zeigen, dass Long-Liquidationen bei etwa 3.150 USD (aktueller Kurs) beginnen und bis 2.850 USD runterreichen (auf dem Preis-Chart zu sehen). Dort gibt es seit Anfang Dezember starke Unterstützung. Ein schneller Rutsch in diese Zone könnte viele Verkäufe auslösen und den Ethereum-Kurs noch tiefer drücken.

Biggest Long Liquidation Clusters
Größte Long-Liquidationscluster: Coinglass

Die Wale hingegen zeigen auf dem Spotmarkt eher Stärke.

Allein am letzten Wochenende haben Ethereum-Wale ihre Bestände von 101,31 Mio. ETH auf 101,63 Mio. ETH erhöht. Sie kauften also rund 320.000 ETH hinzu. Bei dem aktuellen Kurs entspricht das etwa 1,0 Mrd. USD. Große Inhaber stellen sich also auf steigende Kurse ein und planen keinen Ausstieg.

ETH Whales
ETH-Wale: Santiment

Doch das Aufstocken durch Wale beseitigt das Liquidationsrisiko nicht, sondern gleicht es nur etwas aus.


Der 10-Prozent-Test: So entscheidet sich die nächste Ethereum-Kursbewegung

Die Ethereum-Kursmarken sind derzeit wichtiger als Geschichten rund um den Coin.

Ethereum bewegt sich aktuell in derselben Spanne von 3.220 USD bis 2.850 USD, die schon seit Anfang Dezember den Kurs bestimmt. Solange ETH in dieser Zone bleibt, bleibt auch das Risiko für Liquidationen hoch.

Ein Anstieg über 3.470 USD wäre entscheidend. Das bedeutet ungefähr einen Anstieg um zehn Prozent vom aktuellen Kurs und würde die versteckte bärische Divergenz aufheben, da sich dann ein neues Hoch bildet. Würde Ethereum diese Hürde nehmen, entfernt sich der Coin zudem von einer Zone, in der viele Long-Positionen liquidiert werden könnten.

Ethereum Price Analysis
Ethereum-Kursanalyse: TradingView

Passiert das, könnte Ethereum den Weg in Richtung 3.910 USD freimachen. Steigt die Dynamik weiter, sind anschließend 4.250 USD möglich. Sollte der Kurs jedoch unter 2.850 USD fallen, wäre die Annahme einer Trendumkehr geschwächt und ETH hätte wieder größeres Abwärtsrisiko.

Der Ethereum-Kurs hat einen bärischen Trend überwunden, allerdings ist dieser Ausbruch noch nicht sicher. Ein Anstieg um zehn Prozent würde nun den Unterschied machen – entweder kommt eine bestätigte Trendumkehr oder ein weiterer Rückschlag.

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