Nonfarm Payrolls (NFP) im Dezember: Das erwartet den US-Dollar

Nonfarm Payrolls (NFP) im Dezember: Das erwartet den US-Dollar

Das Amt für Arbeitsstatistik (BLS) der Vereinigten Staaten veröffentlicht die Nonfarm Payrolls (NFP) Daten für Dezember am Freitag um 14:30 Uhr deutscher Zeit.

Dem USD droht erhöhte Volatilität, da der Arbeitsmarktbericht wichtige Hinweise darauf geben kann, wie die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im neuen Jahr ihre Geldpolitik gestalten wird.

Das erwartet dich beim nächsten Bericht zu den Nonfarm Payrolls (NFP)

Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass die Nonfarm Payrolls im Dezember um 60.000 steigen, nachdem sie im November um 64.000 zugelegt hatten. In diesem Zeitraum soll die Arbeitslosenquote leicht auf 4,5 Prozent sinken (zuvor 4,6 Prozent). Die jährliche Lohninflation, gemessen am durchschnittlichen Stundenlohn, dürfte zudem auf 3,6 Prozent klettern (zuvor 3,5 Prozent).

Der monatliche Bericht vom Unternehmen Automatic Data Processing (ADP) zeigt außerdem, dass im Dezember 41.000 Arbeitsplätze im Privatsektor dazugekommen sind, nachdem es im November noch einen Rückgang von 29.000 gegeben hatte.

Auch der Beschäftigungsindex des Einkaufsmanager-Index (PMI) für den Dienstleistungsbereich vom Institute for Supply Management stieg auf 52 und lag damit erstmals seit sechs Monaten wieder über der Schwelle von 50.

In ihrer Vorschau auf den Arbeitsmarktbericht erklärten Analysten von TD Securities:

„Wir gehen davon aus, dass die Zahl neuer Jobs sich in den letzten zwei Monaten bei etwa 50.000 einpendelt, wobei die privaten Arbeitgeber im Dezember 50.000 neue Stellen schaffen und der Staat vermutlich 10.000 Arbeitsplätze abbaut. Auch erwarten wir, dass die Arbeitslosenquote sich nach dem Anstieg auf 4,6 Prozent wegen des Shutdowns im November wieder auf 4,5 Prozent normalisiert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne dürften wohl um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie um 3,6 Prozent im Jahresvergleich gestiegen sein.“

Wie wirken sich die US-Arbeitsmarktdaten im Dezember auf den EUR/USD-Kurs aus?

Der USD hat das Jahr bullisch beendet und zum Start ins Jahr 2026 stabilisiert. Obwohl die Fed bei ihrer Sitzung im Dezember einen vorsichtigen Ton angeschlagen hat, erwarten viele Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank auf der Sitzung im Januar den Zinssatz beibehält.

Laut dem CME FedWatch Tool sehen Anleger aktuell die Chance auf eine Zinssenkung um 25 Basispunkte in diesem Monat bei weniger als 15 Prozent. Dennoch könnten die Arbeitsmarktdaten die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im März, die gerade bei etwa 45 Prozent liegt, beeinflussen und eine große Marktbewegung auslösen.

Zu Beginn der Woche sagte der Präsident der Federal Reserve Bank von Richmond, Thomas Barkin, die Zinsentscheidungen müssten „sehr genau abgestimmt“ werden, weil es Risiken sowohl für die Beschäftigung als auch für das Inflationsziel gebe. Er betonte, dass die Arbeitslosigkeit niedrig bleibe, aber niemand möchte, dass sich der Arbeitsmarkt weiter verschlechtert.

Gleichzeitig sagte der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, dass der Arbeitsmarkt deutlich abkühlt und warnte, die Arbeitslosenquote könne „von hier aus ansteigen“. Analysten von Rabobank weisen darauf hin, dass der Markt seine Erwartungen zum Zeitpunkt der nächsten Zinssenkung der Fed weiter anpassen wird.

„Aktuell erwarten die meisten, dass die Geldpolitik in diesem Monat stabil bleibt. Angesichts der geteilten Meinungen im FOMC deuten die Marktpreise darauf hin, dass die Zinsen möglicherweise bis zum Frühjahr unverändert bleiben. Ein schwacher Arbeitsmarktbericht diese Woche könnte den USD schwächen. Wir gehen jedoch davon aus, dass der USD auch dieses Jahr wieder als sicherer Hafen gefragt bleibt, was den Kurs unterstützen könnte. Insgesamt dürfte es zu schwankenden Kursen kommen, während der Markt die verschiedenen Ereignisse dieses Jahres verarbeitet“, erklären sie.

Eine starke Überraschung nach oben bei den NFP, also ein Wert von mehr als 80.000 zusammen mit einer sinkenden Arbeitslosenquote, könnte Investoren dazu bringen, im März mit einer weiteren Pause bei der Fed-Politik zu rechnen. Das würde den USD direkt stärken. In diesem Fall könnte EUR/USD vor dem Wochenende unter starken Abwärtsdruck geraten.

Umgekehrt könnte ein enttäuschender NFP-Wert von 30.000 oder weniger einen Verkauf des USD auslösen und den EUR/USD nach oben treiben. Eren Sengezer, Chefanalyst für die europäische Session bei FXStreet, gibt einen kurzen technischen Ausblick auf EUR/USD:

„Der Relative Strength Index (RSI) im Tageschart fiel erstmals seit Ende November unter 50. EUR/USD schloss vier Tage in Folge unterhalb des 20-Tage-SMA, was auf wachsenden Abwärtsdruck hindeutet. Fällt das Währungspaar unter das 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA), aktuell bei 1,1665, und bestätigt dieses Niveau als Widerstand, könnten sich technische Verkäufer weiter interessieren. In diesem Fall könnte 1,1600 (runde Marke) als Zwischenunterstützung gelten, bevor 1,1560 (200-Tage-SMA) ins Blickfeld rückt.“

„Auf der Oberseite wirkt 1,1740 (20-Tage-SMA) als dynamischer Widerstand. Kann sich EUR/USD über diesem Niveau stabilisieren, könnte das für Erholung sorgen und das Ziel auf 1,1800 (statisches Niveau, runde Marke) sowie danach 1,1870 (statisches Niveau) legen.“

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